Jeden Montag stellen wir euch 5 Lieder vor, diese Woche in Form eines Gastbeitrages von DJ Olsen Einthol. Bühne frei:

Vorweg, mein Musikgeschmack ist sehr vielseitig, aber auch genauso komisch. Jedenfalls kommt mir das zeitweilig so vor. Und das, obwohl ich mit einem Jazzmusiker als Vater groß geworden bin. Doch vielleicht habe ich auch hierdurch eine Vorliebe für abstrakte Klänge und verschobene, verpeilte Geräuschwelten entwickelt. Egal ob in der elektronischen Tanzmusik, die ich höre, oder in Grime Stücken, es muss bei mir immer einen Hang zum Abgefahrenen und Sonderbaren geben. In den folgenden 5 Stücken bringe ich euch Noise etwas näher. Eine Musik- äh „Geräuschrichtung“, die eigentlich auch gar keine zentrale Szene hat, da der typische Noise-Hörer sich durch seine Szeneunabhängigkeit definiert und sich am Wochenende hinter seinem Laptop versteckt (naja, auch nicht alle). Lirumlarum, ich lasse den Klang sprechen.

Radiohead – Pulk/Pull Revolving Doors

Den Einstieg macht Radiohead, die auch von Zeit zu Zeit, früher mehr, kaputte Klangbilder malen. Hier in diesem Stück ergänzen sich knackende Vinylflächen mit einer extrem sonderbaren Stimme. Und über allem: Flächen, die einen in die Weite tragen.

Winterkälte – Erosion

Szenenwechsel. Dieses Stück ist nicht ganz so tragend, eigentlich überhaupt nicht. Eine Mischung aus Wasserplätschern und Sägezahnblättern. Die Maschine ist dann doch ein wenig kaputter als die von Radiohead.

Einstürzende Neubauten – Autobahn

Die Band, die hässliche Musik machen wollte. Zumindest am Anfang. Wer Muße hat sollte sich mal für ein paar Wochen zurückziehen und die ganze Diskographie auswendig lernen. Noise + Lyrik + Viel Mehr. Absolutes Pflichtprogramm!!!

MARUOSA – Arson Hacks

Nun die japanische Interpretation von Geräuschen. Unglaublich hyperaktiv, aber dennoch liebenswert. Ich hatte tatsächlich mal eine Zeit, in der ich mir ein komplettes Album von Maruosa (dauert im Schnitt 20 min.) problemlos über eine längere Zeit anhören konnte. Das ist allerdings bei so viel Speed im Sound auf Dauer nicht so gesund.

Vitalic – ‚La Rock 01‘

Und zum Schluss etwas noisiger Techno. Obwohl ich im Allgemeinen nicht auf plumpe Rave-Synthies stehe, haben die Jungs das so hingekriegt, dass ich doch fast daran Gefallen finde.

Ich hoffe, dass euch die Stücke gezeigt haben, wie man aus den Radien der fast schon klassischen Pop-Musik, von der unsere Gesellschaft sehr geprägt ist, allein durch Geräusche ausbrechen kann. Hört doch mal bei der nächsten Baustelle etwas genauer hin oder holt euch gleich einen Presslufthammer fürs Wohnzimmer (wie ich).