Auch abseits der mit Gischt gesäumten Ufer von Nena & Co. existierte eine Neue Deutsche Welle. In diesem Mixtape Monday findet Ihr ihre spannendsten Auswüchse.

Diese und über 250 weitere Lieblingslieder der Redaktion findet Ihr auch in unserer Spotify-Playlist.

 

Trio – Sabine, Sabine, Sabine


Das Lied könnte durchaus ein Auszug aus einem Helge Schneider-Film sein, gut verpackt in einer eingänglichen Melodie für die „neue“ Bravohits 1982. Doch dahinter stecken drei ebenso skurrile Gestalten aus nordischen Gefilden, die dank ihres auch heute noch weltweit bekannten Titels „DA DA DA- Ich lieb dich nicht“ jedem Kind oder zumindest jedem Junggebliebenen als Dauerohrwurm bekannt sein sollten.

In diesem Sinne: „Coochie…näh, nichts mit coochie…hat sich ausgecoochiet…na denn, ab dafür!“

 

Bottroper Hammerchor – Jupp Pütta * Anner Ruhr

Wer bei „Bottrop“ nur absurden Hardtech aus den guten alten 90er-Jahren im Ohr hat, sollte sich alternativ unbedingt den Bottroper Hammerchor gönnen. Schwer zu sagen, ob sarkastisch oder doch etwas sehr heimatverbunden, aber wenn man mal die oft übertrieben praktizierte politische Korrektheit und Skepsis beiseite schiebt, kann man zu diesem Titel wunderbar „abhotten“.

 

Stricher – Rot

Erwähnt man in einem Gespräch über Musik aus dem viel gelobten Berlin der 80er-Jahre beiläufig einmal „Stricher“, bekommt man in den meisten Fällen nur Verweise auf „Christiane F. und die Kinder vom Bahnhof Zoo“. Dabei versteckt sich hinter diesem Synonym eine durchaus respektable Band, die mit ihrer von Goth angehauchten Single Rot/Morgen zu gar nicht mal geringen Preisen gehandelt wird und zudem mit einer von Rio Reiser produzierten LP aufwarten kann.

 

Holger Czukay – Bankel Rap

Holger Czukay, Krautrockliebhabern als Mitbegründer und Bassist der Band „Can“ ein Begriff, könnte mit seinen verschrobenen und dabei doch gesellschaftskritischen Soloproduktionen ohne weiteres als Vorreiter der in den 80er-Jahren blühenden deutschen Postpunk-Bewegung gelten. Leider wurden und werden viele gute Musiker dieser Zeit unter dem Begriff „Neue Deutsche Welle“ mit nichtssagenden „One-Hit-Wondern“ in einen großen Topf geworfen und weichgekocht.

 

Holger Czukay – Cool in the Pool

Wen der vorhergehende Titel noch nicht völlig verstört zurückgelassen hat, der sollte sich auch dieses wunderbar produzierte Meisterwerk des Großmeisters und natürlich auch jede weitere seiner „Granaten“ genau zu Gemüte führen. Musik-Produzenten dürften eine Errektion dabei nur schwer verstecken können. Zitat von Unbekannt: „After Czukay there was only boredom“