Jeden Montag 5 Tracks zum Schnute ziehen und Fresse polieren. Heute von Doktor Schwarz:

 

Hail Mary Mallon – Kiln

They drag you to the tempest and extend you to the wolves / This would be the time if you had any cool signature moves

Hail Mary Mallon sind Aesop Rock und Rob Sonic. Aesop Rock gilt als ungekrönter König des Indie-Rap, der nebenbei noch über das größte Vokabular aller Hip-Hop-Artists ever verfügt. Im Gegensatz zu seinem Soloprojekt, sind die Beats bei Mary Mallon crunkiger und düsterer. Während das Album nicht all zu viele Burner-Tracks hergibt, ist Kiln eins der stärksten Lieder, die ich dieses Jahr gehört habe. Das liegt nicht nur am bratzigen Elektrobeat und dem eingängigen aber simplen Chorus, sondern vor allem an der Art, wie lässig Aesop Rock auf einmal in den Track steppt: Side winders wind through fried wires in a room of hired primates climbing on typewriters. Größtes Kino!

 

Limp Bizkit – Red Light, Green Light


Go playa, layin‘ the cheese baby / I know you bitin‘, bitin‘ my steez baby / But i came, came to please baby / Don’t wait, lay the greeze baby / Don’t flake, shake the knees baby / Your fella’s mad at me baby / Oh well, enemies baby

Ein Lied, das mit der Zeile „Ladies and gentlemen: Limp Bizkit and Snoop Dogg. Freak baby, freak freak baby.“ beginnt, kann nur gut sein. Dieses Juwel des guten Geschmack auf der doch sehr dürftigen Schallplatte Results May Vary scheint mir völlig vergessen worden zu sein. Auch ich musste auf einer Dance-Hall-Hausparty vom stilsicheren Soundselector an es erinnert werden. Für die dicke Hose bei gleichzeitigem „Stimmt-da-war-ja-was-Gefühl“. Must be a clone on this microphone. 

 

Inglebirds – Wadadadang

Inglebirds / Vom Staat gejagt aber nie gebufft / Zu schlau für die Boys in Blau / Zu schlau für den Bau tauchen ab tauchen auf / Du schaust in den Lauf

Um gleich mal die Superlative von der Leine zu lassen: Big Bad Birds von Rap-Combo Inglebirds ist das beste deutsche Rap-Album seit K.I.Z.s Böhse Enkelz. Rapper DCVDNS, den ich bis dato immer für einen Vollidioten gehalten habe, schert seine alte Rap-Klicke um sich und bedient ein Untergenre des HipHop, welches in Deutschland in letzter Zeit kaum Beachtung fand: Westküsten G-Funk mit Doubletime-Flow. DCVDNS nennt diese Art des Rappens auf Wadadadang „Busta-Rhyme-Flows“ und mit dieser Bezeichnung trifft er den Nagel auf den Kopf. Die Inglebirds machen keine Gefangenen und präsentieren ihren Gangster-Rap angenehm unironisch. Nur ganz selten erreichen sie solch atemberaubende Tempi, dass sie sich etwas verhaspeln.

 

Iggy Azalea – We in this Bitch


Ridin‘ dick won’t get me nowhere and I ain’t that type of chick

Auf der gerade erschienenen Neuveröffentlichung von The New Classic finden sich acht neue Tracks von Ausnahmetalent Iggy Azalea, die ich persönlich als die Personifizierung von Let Me Blow Ya Mind sehe: Rappt wie Eve, sieht aus wie Gwen Stefani. Dass sie sich jetzt auch noch diesen Neo-80s-Dystopie-Beat gönnt, macht We in this Bitch zum Highlight des Albums. Wäre Iggy Azalea nicht schon ein Mega-Star, müsste man sie im Auge behalten.

 

The Uncluded – Earthquake

October ended with a single feather funneling its way / To muddy Earth in front of funny sparrow copycatting / Eventually it would select and circle one / As if to pause and crown the victim of a loss I wasn’t comprehending

Im aller-aller-aller-aller-aller-ersten Mixtape Monday von vor über einem Jahr, habe ich dieses Kleinod an Band schon einmal erwähnt. The Uncluded sind Everybody’s Darling Kimya Dawson (Juno, The Moldy Peaches) und Aesop Rock. Hier schließt sich also nicht nur der Kreis zum Anfang des Mixtape Mondays an sich sondern auch zu diesem ganz speziellen. Wer Kimya oder ihre Kollaboration mit Adam Green, die Moldy Peaches, nicht kennt, der hat eh sehr viel Nachholbedarf und kann vielleicht ganz nicht verstehen, was für ein erstaunliches Album The Uncluded hier 2013 abgeliefert haben. Dawson und Green haben damals das vielleicht beste Anti-Folk-Album aller Zeiten aufgenommen.  Das vermittelte Gefühl ewig ein Jugendlicher aus der Vorstadt zu sein, führen Dawson und Rock mit den Uncluded weiter. Das macht nicht nur so viel Spaß, weil das Gefühl dasselbe ist und es sich so anhört als hätte Adam Green angefangen zu rappen. Nein, ich habe bis jetzt noch nie ein Cross-Over zwischen akustischem Folk und Rap gehört. Das ist neu, verspielt und wunderschön!