Wie jeden Montag geben wir euch fünf Songs für den akustisch-angemessenen Start in die Woche. Dieses Mal hat Doktor Innen ein buntes Sommerprogramm für euch zusammen gestellt: neuere Songs, neue Samples von alten Songs, alte Songs; wilde, gezähmte und moralische Tracks.

Es wird empfohlen, das Tape zusammen mit einem entspannten Abendbierchen, möglichst in liegender Position, einzunehmen:

 

WAX TAILOR – QUE SERA

Que sera / Whatever will be?

Doktor Ecks Mixtape Monday hat eigentlich provoziert, dass ich dieses Lied nun an die erste Stelle meines Mixtapes stelle. Monatelang habe ich jeden Mittwochabend nichts anderes gehört. Bis zur Unerträglichkeit und darüber hinaus haben wir unzählige Male unsere Tanzchoreo auf diesen Song geübt, die Hüften geschwungen, die Zitate tänzerisch unterlegt – ich muss es in eurem Gesicht sehen! Gebt mehr! – und eigentlich kann ich es schon gar nicht mehr hören.

Uneigentlich lief es letztens (rücksichtsloserweise) in einer Bar: passte dann allerdings auch außerhalb des Spiegelraums ganz gut, dachte ich. Nachdem ich die Melodie im von Doktor Eck ausgewählten Apathy-Song wiederkannte, musste ich euch diesen „unglaublich chilligen Beat“ noch einmal im Wax-Tailor-Format servieren. Sehr gelungenes Sample von Doris Days „Que sera“, eignet sich zu Tanz und Bier im Sommerwind hervorragend.

(Mittlerweile tanzen wir auch zu nem anderen Song, was diesen wieder ertragbar macht…)

 

AGES AND AGES – DIVISIONARY (DO THE RIGHT THING)

Do the right thing / Do the right thing / Do it all the time / Do it all the time

Divisionary hat große Ohrwurm-Qualitäten. Ich muss ihn irgendwann im Radio gehört haben, wahrscheinlich beim Frühstück. Der Song blieb jedenfalls so gut hängen, dass ich ihn einigermaßen leicht ergooglen konnte.

Mantra-artig werden abwechselnd die Aufforderungen „Do the right thing!“ und „Do it all the time!“ gesungen. Das klingt so einfach, denkt man beim Hören. Divisionary ist der Titelsong des gleichnamigen Albums, welches die Indie-Folk Band Ages and Ages aus Portland Anfang diesen Jahres herausgebracht haben. Das Wortspiel „Divisionary“ fiel der Band ein, als sie sich selbst und ihre Vision zu beschreiben versuchten. Gemeint ist jemand, dessen persönliche Vorstellungen des ‚Richtigen‘ mit bestehenden Machtstrukturen kollidieren, ein Visionär, der hin- und hergerissen ist, beim Versuch die richtigen Entscheidungen zu treffen. Im Video wird (ein bisschen plakativ) gezeigt, wie ein paar Kids sich gegen das „böse System“ wehren und dabei aus einem gemeinsamen Ziel verschiedene werden können.

Make yourself right / never mind them. – Ein guter Song für Montage jedenfalls.

 

JOSEPH ARTHUR – SAINT OF IMPOSSIBLE CAUSES

I need the saint of laughter / I need the saint of tears / I need the saint detective / who can find my stolen years

Ich bin ja immer etwas textversessen. Bei diesem gefiel mir wohl die Idee, diese Suche nach den Heiligen, die uns Atheisten und Agnostikern in allen möglichen Lagen weiterhelfen sollten. Ganz im Sinne einer westlich-modernen Patch-Work-Religion. Allerdings entpuppt sich diese erste Höridee im Nachhinein als eine andere….

The saint of twisted memory / the saint that sets us free / I saw them run together / they look like you and me

(Falls sich jemand wundert, weshalb ich dieses Standfoto-Video verlinke: das offizielle Video dazu geht gar nicht, Arthur übertreibt ein wenig auf seine alten Tage.)

 

TRUST – CANDY WALLS

It goes down to this / It’s a why you’re here / Oh why you walk

Ich weiß noch genau, wie das war, als mein musikbegeisterter Mitbewohner das erste Mal Trust anspielte: Gefiel mir erst überhaupt nicht. Schon wieder ein Keyboard. Irgendwie hat er es aber geschafft, dass ich den beiden Kanadiern noch eine Chance gab und die hält an. TRUST erweitern meinen musikalischen Rahmen um ein bisschen Synthpop (so Wikipedia), aber das mit Stil.

Candy Walls und eigentlich das ganze Album „TRST“ sind ein ziemlich guter Soundtrack für alle möglichen Lagen: S-Bahn fahren im Sommer und Winter, im Regen warten, auf langen Autobahnfahrten, während man aus dem Fenster schaut und bisher unschlagbar: damit nach Hause laufen, nachts und mitten in der Woche, wenn die Straßenbahn nur noch alle halbe Stunde fährt und man einfach nicht warten möchte, sondern vorlaufen muss.

Man beachte die Szene im Video, in der sie sich in ein Pferd verwandelt.

Verwirrend. Immer wieder verwirrend.

 

T.REX – CHILDREN OF THE REVOLUTION

Zum Schluss meines Mixtapes möchte ich euch auf eine kurze Zeitreise in die 70er Jahre entführen. Glam Rock – Glitzer und lange Haare. Wie andere Songs des Frontmanns Marc Bolan, soll auch dieser unter Einfluss von ein paar Mittelchen entstanden sein. Interessanterweise wurde der Song ob seines Titels von einigen Radiomoderatoren gemieden, weil sie ihn für kommunistische Propaganda hielten. Alles Quatsch! Ums nicht Unterkriegen geht es, einmal mehr um das Glück, jung sein zu dürfen. Und das im Sommer!

Einer meiner liebsten Zeitlos-Sommersongs, trotz Glitzer.

Passt übrigens auch zu dem großartigen Artikel von Dr Vstus, wir brauchen sie doch dringend, die alten Helden.