So ein Schweinkram! Schluss mit dem Zecksterror! Das hat doch mit dem Mixtape Monday nichts mehr zu tun! Und tschüß – deabonniert!

 

Wanda – Schickt mir die Post schon ins Spital

Schickt mir die Post schon ins Spital/ Was sein muss muss auch wirklich sein/ Besucht die Mama wenn sie schläft/ Schlagt ihr für mich den Schädel ein/Kein Haus am Land für mich, ohje/ Ich weiß genau, dass du verstehst/ Kein Haus am Land für mich, ohje/ Ich will zum Himmel fahr´n so schnell wie es geht/ Ich will zum Himmel fahrn so schnell und bequem wie es geht

Kein Haus AM Land – Handküsse in den Süden!
Okay, es ist vielleicht etwas spät, um diese Wiener Buam den neuesten heißen Scheiß zu nennen, aber heißer Scheiß sind sie noch und werden es vermutlich auch eine Weile bleiben. Sexy Österreich! In diesem Lied ist alles drin, was ich gerade an desillusioniertem Sarkasmus, zornigem Humor, unverfrorenem Dialekt und liebevollem Hallo-Aufwiedersehen gebrauchen kann. Ich liebe diese Jungs, weil sie weder blutjung noch tödlich schön sind, weil sie Popmusik mit Amore machen, weil sie sich nach einer Wiener Hure benannt haben, weil sie erfrischend altbekannt und ganz neu sind.

Ab aufs Konzert – http://www.laut.de/Wanda/Konzerte

 

Dye – She’s Bad by Egyptian Lover

(Muffled synthesized Rap) – She’s bad

An dieser Stelle könnte eine Erläuterung des Musikvideos stehen, das quasi das Kernstück zu sein scheint, um welches sich dieser Song rankt. Da es sich aber um ein Genderklischees abspulendes, sexistisches und eindimensionales Video handelt, über das sich vor allem das Gute sagen lässt, dass ab und zu hübsche wilde Tiere gezeigt werden, nur so viel: Dent de cuir, ein Filmemacher Duo hat dieses Video gemacht und es hat ziemlich viele Preise gewonnen. Es kommen viel Rosa und eine dünne blonde Frau darin vor, die dem profanen Menschsein erhaben ist und einem Mann in seinen Penis beißt. Aua. Aber das Lied, „gesungen“ von einer echten Rap Legende (Egyptian Lover), ist trotzdem ziemlich geil und irgendwie auch sexy und das Hochglanz Video, das eine, in den letzten drei Jahren populäre tumblr-Ästhetik bedient muss einen nicht davon abhalten auf eigene Weise zu diesem Song zu kopulieren und den abgedroschenen Video-Vorgaben nicht zu entsprechen.

 

The Headcoatees – Cum Into My Mouth

I want your little boy to rise/ come into my mouth/ i wanna lick your balls and taste the egg/ come into my mouth/ i wanna suck you dry like a dirty whore/ come into my mouth/ i wanna taste that cum on my tongue/ come into my mouth

Ein weiteres Lied, das, ehm, glaube ich, etwas mit Sex zu tun hat, kommt von dieser herrlichen Band, die sich auf Wunsch des englischen Multi-Künstlers Billy Childish Anfang der 90er Jahre gründete. Frontfrau Holly Golightly ist ein herrlicher Gegenentwurf zu ihrer Namensvetterin aus Truman Capotes „Breakfast at Tiffany’s“, nach der sie benannt ist. Fabelhaft unbemühter feministischer Schrammelpunk.

 

Sufjan Stevens – A Good Man Is Hard To Find

Once in the backyard/ she was once like me/ she was once like me/ Twice when I killed them/ they were once at peace/ they were once like me

Da jedes Mixtape auch entweder einen depressiven oder einen tief melancholischen Song beinhalten sollte, der mindestens subversiv auf die Hoffnungslosigkeit des Menschseins im Allgemeinen und des Menschseins in diesem Moment im Speziellen hinweist, hier ein Lied von meinem Lieblingschristen Sufjan. Dieser Song, so wird in tief philosophischen Song-Interpretationen hingebungsvoller Fans gemunkelt, ist eine poetische Essenz der gleichnamigen Short Story von Mary Flannery O’Connor. Diese Geschichte ist in der Literatur kontrovers diskutiert, wie das bei einer guten Geschichte sein sollte, denn niemand kann mit Gewissheit sagen, wie sie auszulegen sei. Sicher ist, dass Gott in der Geschichte eine Rolle spielt, sowie eine gläubige Großmutter und dass gemordet wird. Das Lied ist halt trotzdem schön.

 

Diana Ross – Love Hangover

Ah – If there’s a cure for this/ I don’t want it/ I don’t want it/ If there’s a remedy
I’ll run from it…. 
Don’t call a doctor/ Don’t call her momma/ Don’t call a preacher/ No, I don’t need it/ I don’t want it/ Sweet love/ I love you/ Sweet love/ need love

Ja, zum Abschluss funky Soul vom Vinylstapel. Über Diana Ross muss wohl nicht viel gesagt werden. Dieser Song fängt mit einem „Aah“ an, das ist überhaupt schon fantastisch. Er groovt so doll und ist so käsig weich und smooth, dass man ihn nicht hassen kann ohne das Gefühl zu haben ein Spielverderber zu sein. Wenn jemand bei diesem Lied versuchen sollte eine/n Andere/n zu verführen, dann muss diese/r Jemand ein ziemlich heißes und selbstbewusstes Eisen sein, denn bei diesen funky gehauchten Lyrics ernst zu bleiben erfordert entweder eine hohe Dosis Drogen oder schauspielerisches Ausnahmetalent. Wer beides gerade nicht zur Verfügung hat kann sich selbst schöne Augen machen und ein Bisschen die Hüften kreisen. Bye bye, Loverrrrs!