Neben Essen und Schlafen ist Funkmusik meine wohl größte Leidenschaft. Daher sehe ich es als meine Bürgerpflicht, Euch banausigem Musikplebiszit mal ein paar zeitgenössische Tanzmusikkünstler näher zu bringen.

Diese und über 250 weitere Lieblingslieder der Redaktion auch in unserer Spotify-Playlist.

Ephemerals – You Made Us Change

“I shoulda been on you sooner / before things got so much worse”

Tja, hättet Ihr mal früher Ephemerals gekannt. Alles wäre ein bisschen einfacher gewesen. Dieses Soulkollektiv aus einigen europäischen Ländern, fand sich dereinst in London zusammen, um innerhalb von Tagen (!!!) ein geniales kontemporäres Soulalbum aufzunehmen. “Nothin Is Easy” zu besitzen und ständig zu hören, hat einige meiner Hobbys substituiert.

 

Lowrider – What Are You Looking For

“Try and find my G-Spot / I swear its in my head not in my cock”

Anatomie hatten Lowrider offenbar wohl eher nicht so drauf. Was sie dagegen echt gut konnten, war souligen Hiphop mit Funk und Pop zu einem unglaublich intensivem Groovecocktail zu mixen. Wie alle unbekannten, großartigen Künstler, haben sich die Australier (im übertragenen Sinne) aufgelöst, bevor sie adäquat von Funk-Soul-Hip-Pop-Enthusiasten wie mir gefeiert werden konnten. 2014 kam zwar nochmal ein Album, das wahre Highlight ihres Schaffens ist aber zweifelsfrei „Diamond Amongst the Thieves“ von 2008.

 

Poni Hoax – Down on Serpent Street

“The street will die one day and fade away”

Irgendwie weiß man schon nach den ersten fünf Tönen, dass Poni Hoax eine französische Band sind. Und diese gewisse klangliche Verrücktheit kann man problemlos auch im Video nachvollziehen. Ich muss ja sagen, französischer Musik, abseits von Jacques-Breligem Chanson-Geschmachte wird viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Nicht nur Poni Hoax halten den Funk in ihrem Pop hoch, Tahiti 80 etwa oder der Soulsänger (und bester Charlie-Winston-Buddy) Medi haben es durchaus drauf, eine Tanzfläche zu bevölkern.

 

Vulfpeck ft. Antwaun Stanley – 1612

“Frank Sinatra”

Antwaun Stanley solltet Ihr mal googeln. Nicer Typ. Hat früher mal christlichen R&B gemacht. Glücklicherweise haben er und Vulfpeck sich gefunden, denn 1612 ist einer meiner absoluten Lieblingsfunktracks post 1975. VP sind eine “half-jewish German-American rhythm section based in LA” und das bringt es in etwa auf den Punkt. Drummer Theo Katzman macht auch alleine Musik und auch das ist absolut geil. Die Vulfs (hihi), die Deutschland als Bundespräsident bräuchte.

 

Smoove & Turrell – Lay It On Me


“And if I need revivin / Give me your mouth to mouth”

Okay, genug geschrieben. Hört es euch an. Ernsthaft. Einfach hören. Nicht weiterlesen. SO. UNGLAUBLICH. FETT. Immer noch am lesen? Hör auf. Und wenn das Lied fertig ist, hört es nochmal an. Smoove & Turrell sind ein DJ/Sänger-Gespann, die schon einige Jahre zusammen Musik machen und darin mittlerweile echt gut sind. Nuff said.