„Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist, spielt weiter! Gebt mir volles Maß!“ – William Shakespeare, Was ihr wollt, 1. Aufzug, 1. Szene

Gold Panda – Time Eater

Oh yes, endlich wieder Material von unserem geliebten Knöpfchendreher und MPC-Maestro Derwin Schlecker (was für ein Name!) aka Gold Panda. Time Eater ist der erste Vorbote zur neuen LP Good Luck and Do Your Best, die wir allerdings – weinender Emoji – erst Ende Mai erwarten dürfen.

 

NAO – Fool To Love

NAO ist mal wieder so ein Beweis dafür, dass London als Nährboden für neue, aufregende Musik einfach nie ausgedient hat. Zusammen mit Künstlern wie Honne oder Leo Kalyan reiht sie sich in eine neue Garde aufregender, experimenteller Soul- und R&B-Musik ein. Fool To Love ist ihr neuester Streich. Den Longplayer dürfen wir im Laufe des Jahres erwarten.

 

Parquet Courts – Berlin Got Blurry

Parquet Courts – Berlin Got Blurry (Official Video) from Claes Nordwall on Vimeo.

In Zeiten, da jeder halbwegs motivierte Heimmusiker in seinem Schlafzimmer gut produzierte Popmusik erschaffen kann, sind die Garage-Schrammler Parquet Courts eine nette Abwechslung. Mit Berlin Got Blurry haben die vier New Yorker eine nette Großstadtstudie geschaffen, mit der man sich – zumindest vom Track-Namen her – durchaus identifizieren kann. Musikalisch wie auch visuell erinnert das oft an Neunziger-Bands à la Nada Surf. Gleichzeitig ist der Track ein weiterer Vorbote von Human Performance, der neuen LP, die am 8. April rauskommen soll. Da sind dann auch wieder alle Mitglieder vertreten, nachdem auf dem letzten Album nur zwei Viertel mitgewirkt hatten.

 

Poliça – United Crushers

polica (2)

Nichts liebt das gierige Milleniums-Fangirl von heute mehr, als wenn Alben schon kurz vor ihrem Veröffentlichungsdatum online zu streamen sind. So geschehen bei Poliças drittem Album, das erst  nächsten Freitag in den Läden erscheint, man sich aber auf NPR schon in voller Länge reinziehen kann. Mit einer dicken Portion mehr Upbeat als bei ihren Vorgänger-Alben und als politische Kampfansage konzipiert, bringt United Crushers einen doch in die Poliça-typische träumerische Trance-Stimmung.

 

Adrian Younge – Winter Is Here

Die neue LP Something About April 2 von Adrian Younge ist genau so launisch wie ein Aprilwetter. Mal warm und sonnig, mal trüb und wolkig, aber immer schön abwechslungsreich. Nicht zuletzt, weil das Album aus 9 Kollaborationen und dadurch 9 Songs mit unterschiedlichen SängerInnen besteht. In Winter Is Here bedient sich der Multiinstrumentalist, Produzent und Professor für Medienrecht aus L.A. der klassischen Soul-, R&B- und Gospel-Elemente, mit einer Prise französischer Synthie-Strings und Space-Bassline à la AIR. Hinzu kommt die wandelbare und gänsehautverleihende Stimme von Karolina. Alles in allem klingt der Track klassisch, aber trotzdem irgendwie modern. Ein Track zum Absmoothen, ein Album zum Entdecken.

 

Leon Vynehall – Kiburu’s

Leon Vynehall ist eine 1A Adresse für komplexen und dynamischen „Club Sound“ – wie man elektronische Musik neumodisch nennt, wenn man sich nicht sicher ist, ob man das jetzt als House, Techno oder was auch immer bezeichnen soll. Sein frischer Track Kiburu’s kommt gewohnt vielschichtig und verschnörkelt daher, der Bass driftet rein und raus und baut ordentlich Spannung auf, die Drums sind exotisch und was war das am Anfang? Vogelgezwitscher?

That’s right. Auf Resident Advisor ließ Vynehall verlauten, dass er die Inspiration zu seinem neuen Album Rojus (VÖ am 1. April) in einer Doku über den Paarungstanz von Paradiesvögeln gefunden hat. Deren Rituale haben ihn an die Interaktionen von Partygängern auf der Clubtanzfläche erinnert – et voilá, fertig ist die Idee zu einem Konzeptalbum, das eine Clubnacht von Beginn bis Ende abbilden soll, gemixt mit Vogelgesang und Urwald-Atmo-Samples. Klingt spannend!

 

Massive Attack & Young Fathers – Voodoo In My Blood

Bei dem neuesten Musikvideo zu ihrer aktuellen EP Ritual Spirit setzen Massive Attack auf Hochkarat. In Gone Girl ein gefallener Engel, spielt Rosamund Pike in Voodoo In My Blood die Marionette einer Kugel, die – passend untermalt von Young Fathers‚ Sprechgesang und Massive Attack’s bedrohlichem Trip-Hop – nicht nur Pike zu hypnotisieren vermag.

 

Isolation Berlin – Fahr Weg

Irgendwie traurig, irgendwie Hamburger Schule, irgendwie Popmusik. Isolation Berlin beschreiben das selbst als „Berliner Schule“. Der Begriff ist zwar genau genommen mit elektronischer Musik der 70er-Jahre belegt, aber was soll’s. In diesen Zeiten, da man in Sachen deutschsprachiger Popmusik eigentlich nur die Wahl zwischen Andreas Bourani, AnnenMayKantereit und diversen Österreichern hat, sind die vier Berliner ein echter Hoffnungsschimmer. Am 19.02. kam ihr Debütalbum Und aus den Wolken tropft die Zeit, natürlich standesgemäß auf Staatsakt.

 

Den #NEWHOTSHIT gibt es schön hörerfreundlich auch als Soundcloud-Playlist. Abonnieren, abonnieren, abonnieren!

Autoren: Parquet Courts, NAO, Isolation Berlin – Doktor Huh // Gold Panda, Leon Vynehall – Doktor Van Pelt // Massive Attack, Poliça – Doktor Delta // Adrian Younge – Doktor OFF