Das vollkommen humorlose Musikressort hat passend zum 1. April die musikalischen Frühlingsgefühle der Woche entdeckt und ausgegraben – oder einfach dreist bei Hipsterblogs geklaut.

 

Aquilo – Silhouette

Aaah… quilo! Die zwei Jungs aus Nordengland melden sich zurück. „Silhouette“ ist die erste neue Single seit November und was soll man sagen? Herrlich schmachtender, episch walzernder Soulpop. Piano, Streicher, Chor: Aquilo fahren die schweren Geschütze auf. Dabei sollte man sich ab und zu vor Augen halten, dass die zwei Herren das Gros ihrer Songs nicht nur selbst schreiben und arrangieren, sondern auch produzieren. Das Debütalbum soll irgendwann dieses Jahr kommen und es dürfte vermutlich eine der wichtigsten Newcomer-Platten werden. Booyah!

 

Black Honey – All My Pride

Black Honey haben eine neue EP aufgenommen. Und zwar nicht irgendwo, sondern in einem Stall in der Normandie. Headspin heißt die Platte und kommt am 29. April. Alles andere als bäuerlich klingt die erste Single „All My Pride“ in der Sängerin Izzy das werthersche Ende einer Lebensabschnittsbeziehung musikalisch verarbeitet. Wie man es von den Briten gewohnt ist, ist das Ergebnis eingängiger Rock, wie ihn einst Blur oder Oasis in den guten alten Zeiten gemacht haben.

 

Mulally – Troubled Love

Man muss ja auch ehrlich sein können und sagen, dass Mulallys neue Single musikalisch definitiv nicht die Neuerfindung des Rades ist. Trotzdem ist „Troubled Love“ einfach mal richtig gut gemachte Musik.

 

Bryce Fox – Horns

Woaaaaaaaaah! Was rollt denn da an?! Das ist Bryce Fox mit seiner zweiten Single. Und was für eine. Dreieinhalb Minuten fett produziertes Pentatonik-Geschrammel in dorischem Fis-Moll. Gänsehautmusik irgendwo zwischen White Stripes, Beck und Hozier. So episch, dass der Song eigentlich längst der Titel-Track einer Fernsehserie sein müsste (wäre er nicht erst vorgestern gedroppt worden). Wäre ich HBO, ich würde eine Serie produzieren, nur um „Horns“ als Titel-Musik zu verwenden.

 

Pumarosa – Cecile

„Priestess“, die letztjährige Debütsingle von Pumarosa war getragener, elegischer Pop. Die empfindsamen Musikfeuilletonisten frohlockten und Poprock-Blogger vergossen ein Tränchen der Shoegaze-Freude. Mit „Cecile“ gehen die Londoner nun in eine aufgeregtere Richtung. Zumindest auf den ersten Blick, denn die musikalischen Mittel sind die gleichen geblieben: Bassline, geradliniges Schlagzeug, dazu ein paar Synthies, hier und da ein Gitarrenriff. Diese Simplizität des Arrangements, gepaart mit der Stimme von Sängerin Isabel, erschafft Spannung. Sie nimmt einen mit auf einen vierminütigen Popmusik-Trip.

 

OY – A New Planet Is Born

Auf den ersten Blick erscheint „A New Planet Is Born“ für einen Weltraum-inspirierten Song ja doch sehr klassisch elektropoppig. Joy Frempong and Lleluja-Ha schrieben den Track samt dem kommenden Album Space Diaspora laut Pressemitteilung nach einer Zeit- und Weltraumreise in die Zukunft auf den weit entfernten Planeten Space Diaspora, der in jener Zukunft von ehemaligen Erdbewohnern bevölkert ist. Nachdem die aus Ghana stammende Joy Frempong sich auf ihren letzten Alben mit der afrikanischen Diaspora beschäftigt hatte, spinnt sie nun die Fabel der Erdlings-Diaspora. Was werden wir hören, fernab unseres Heimatplaneten? Ein schönes Gedankenspiel, fernab von Weltraum-Klischees à la monotonen R2D2-Computersounds.

 

Coldplay – True Love

Angeblich arbeiten die britischen Schnulzrock-Außenminister von Coldplay schon wieder an einer neuen Scheibe. Passend dazu das inoffizielle Doktor-Peng-Musikressort-Motto-Lied!

 

Autoren: Aquilo, Black Honey, Mulally, Bryce Fox, Pumarosa, Coldplay – Doktor Huh // OY – Doktor Delta