Unsere Musik-Redaktion hat einen akuten Anfall von Frühlingsgefühlen. Stellt euch also schonmal auf ordentlich shmoothes Schmalz ein im „SHIT der Woche“, der manchmal vielleicht nicht mehr ganz NEW ist, dafür aber HOT.

Gallant – Ology

Was haben Gallant und der Autor dieser Zeilen gemeinsam? Über beide sagen Freunde und Profs, sie könnten nicht singen. Da hören die Gemeinsamkeiten aber auch schon auf, denn Gallant hat jenen Kritikern (oder eher: Kunstbanausen) ordentlich den Wind (oder eher: heiße Luft) aus den Segeln genommen. Der studierte Musiker hat sein überragendes Falsett jetzt endlich auf Langspielplatte gebannt. Das Debüt heißt Ology und ist vor allem eines: ein 16-teiliges Versprechen an kontemporäre Soulmusik. Kein Wunder, dass da schon mal Sufjan Stevens oder Seal für ein Duett anklopfen. Und ganz nebenbei gibt er missverstandenen Gesangstalenten wie dem Autor neue künstlerische Hoffnung.

 

Benny Sings feat. GoldLink – You and Me

Jakarta Records, Deutschlands Nummer 1 Adresse für richtig guten Hip-Hop und allerlei souligen Indie, hat mal wieder eine schöne Scheibe in Umlauf gebracht – auf die ich erst jetzt und damit viel zu spät gestoßen bin. „You and Me“ ist eine Kollabo des holländischen Indiepoppers Benny Sings und dem amerikanischen Rapper GoldLink. Und es ist das ideale Liedchen für alle, die verliebt und verstrahlt durch blühende Frühlingsbäume steuern. Macht doch jetzt endlich mal ein Mixtape für euer Herzblatt. Den ersten Song habt ihr hiermit ja schonmal safe.

 

Snoh Aalegra – In Your River

Was für eine Dramatik! Kann jemand die Dame für den nächsten James Bond Titelsong engagieren? „In Your River“ ist der Eröffnungstrack für Snoh Aalegras Mini-Album „Don’t Explain“ mit dem sie laut eigenen Angaben eine äußerst turbulente Romanze verarbeitet. Classic Liebeskummer Move für talentierte Leute. Fast möchte ich allen mehr gebrochene Herzen wünschen, wenn am Ende nur sowas bei rumkommt.

 

Flamingosis – Sun Whisperer

Entspannt sein ist die größte Herausforderung unseres turbulenten Zeitalters. Flamingosis aus New Jersey und ihr neues Album „Great Hair“ helfen euch dabei in bester Future Funk / Soul / Disco-Tradition! „Sun Whisperer“ macht seinem Namen alle Ehre: Entspannt-verträumter Männergesang, Vogelgezwitscher, Rhodes, Congos und eine old-schoolige Slap-Bass-Line, was will man mehr, verdammt nochmal?! Der Slogan „Don’t worry, be happy“ ist hier 100%-ig das Programm!

 

Leon Vynehall – Blush

Dance-Dance-Dance Music! Blush, auf Deutsch „Die Röte“ ist die 6. Nummer auf dem frisch erschienenem Album Rojus. Designed To Dance des britischen Produzenten Leon Vynehall. Der gute Leon geht seit letztem Jahr gewaltig durch die Boxen der elektronischen Welt. Der Grund dafür ist die im 2015 erschienen Compilation Music for Autobahns 2, die ebenso, wie das neue Album von Vynehall, auf Running Back Records released wurde. Das Label vom Gerd Janson bleibt sich treu und bringt mit Rojus. Designed To Dance eine stabile housige Tanzscheibe raus, die sowohl für Clubs als auch für Open Airs bestens geeignet ist. Diese klassischen House-Pianos, diese Loops, diese Samples und diese fette, fette, fette Bass-Line lassen garantiert kein T-Shirt trocken. Obwohl man bei diesem Track, falls er in voller Länge (8:31) ausgespielt wird, auch andere Tätigkeiten, wie z.B. Luftmatratze mit dem Mund aufblasen, nebenbei erledigen könnte. Der Sommer kann also kommen!

 

Autoren: Doktor Huh – Gallant. // Doktor Van Pelt – Benny Sings feat GoldLink, Snoh Aalegra // Doktor OFF – Leon Vynehall, Flamingosis