Sound der Woche? Synthies. Ganz klar. Was sonst noch das Label #hot verdient, wie immer in unserer Wochenzusammenfassung:

 

Kendrick Lamar – Untitled Unmastered

Und schon wieder. Nach Dr. Dre’s Compton, Rihannas ANTI, Beyoncés Beyoncé und U2Songs of Innocence erscheint wieder ein Album eines Superstars einfach so über Nacht. Der Nachfolger zu letztjährigen To Pimp A Butterfly hört auf den spröden Titel Untitled Unmastered und versammelt Songs, deren Aufnahmen zwischen Lamars Erst- und Zweitling entstanden sind. Unsere Empfehlung? Der Track „untitled 3. 06.23.2014“. Leider bisher nur auf iTunes, Tidal und Spotify zu haben.

 

Seramic – Waiting

Mysteriös ist er ja, der Seramic. Viel gibt er nicht von sich Preis, nur musikalisch betritt er die Bildfläche. Nach seiner Debütsingle „People Say“ tut er das jetzt schon zum zweiten Mal. „Waiting“ ist dabei sowas wie die Antithese zum Erstling: Statt getragenem, gospeligen Soul gibt’s jetzt die volle Ladung Beat. Ein Mix aus Funk, Pop, R&B und mindestens im Refrain eine gehörige Prise von Dre’s The Chronic. Die wird nach 23 Jahren auch mal wieder Zeit.

 

Oyster Kids – Lips

„Haunted Pop“, so beschreibt das Duo aus LA seinen Stilmix. Stilecht hieß dann auch die Debütsingle im Oktober „Creepy“. Ganz so gruselig ist das dann aber nicht. Eher angenehm unaufgeregt, freundlich, abundzu sphärisch und trotzdem nicht einschläfernd. Lips ist aber vor allem ein gelungenes Poprock-Lied, das Bock auf mehr macht.

 

The Leers – Fools

Es ist die Zeit des Alternative-Rock-Revivals: Wäre es das Jahr 2005, dieser Track würde zweifelsohne die Popcharts im Sturm erobern. Noel Gallagher würde ihn auf Myspace als seinen Lieblingstrack des Jahres anpreisen, er würde auf dem Fifa-06-Soundtrack laufen und The Leers würden als Vorband von den Kaiser Chiefs auf Europa-Tour gehen. Hach, schön war’s damals. Aber auch abseits aller Nostalgie machen die vier Aucklander auf ihrem Debütalbum Are You Curious? ordentlich Pop-Krawall. Es ist zwar nicht mehr 2005. Ich denke aber, wir können hier mal eine Ausnahme machen.

 

The Naked Eye – Embrace Me

The Naked Eye“? Noch nie gehört! Kein Wunder, das Projekt ist ein wahrer Insidertipp. Eine geheimnisvolle Kollaboration von unbekannten Musikern. Nur der Name bzw. das Pseudonym der Sängerin ist bekannt: Frenchie. Die musikalischen Eskapaden von The Naked Eye in ihrem Track „Embrace Me“ reichen von Electronica bis Soul, von Down Tempo bis Jazz. Ein bisschen James Blake hier, ein bisschen Lapalux dort. Irgendwie modern poppig und doch klassisch jazzig und soulig zugleich. Die wahnsinnig schöne Stimme von Frenchie steht dabei im Mittelpunkt aller Kompositionen und rundet alle 6 Tracks auf der frisch-erschienenen EP namens The Naked Eye EP mit großem Stil ab! Und die kann übrigens komplett auf Soundcloud angehört werden.

 

Elliott Power – Once Smitten

Es scheint, als erlebe auch der Trip-Hop im Jahr 2016 seinen zweiten Frühling. Nachdem Massive Attack mit ihrer EP Ritual Spirit und dem surrealen Sci-Fi -Video zum „Voodoo In My Blood“ ihr großes Comeback gefeiert haben, kommt jetzt eine andere Größe der Trip-Hop-Szene der 90er ins Spiel: James Lavelle. Lavelle gilt als Head des britischen Trip-Hop-Duos U.N.K.L.E. Diesmal ist der Gute jedoch in die Rolle eines Produzenten geschlüpft und präsentiert uns Elliot Power mit seinem Debüt-Album Once Smitten. Der gleichnamige Track klingt ein wenig düster, vollgepackt mit deepen Sounds, fülligen Basslines, und Break-lastigen Snares.

 

Beaty Heart – Flora

Beaty Heart. Könnte der nächste heiße Scheiß werden auf den Festivals kommenden Sommer. BBC Radio 1 – auf die ja eigentlich immer Verlass ist – hypen die Londoner jedenfalls schon mal kräftig. Passt bloß auf.

 

More – Sweet

Noch mehr Synthies. Auch das Kopenhagener Duo MORE fährt auf diesen im Pop kaum verzichtbaren Sound ab, for obvious reasons. Sie paaren ihn mit ein paar hübsch dramatischen Piano-Riffs, reduzierten Drums und Falsetto. Heraus kommen hypnotische drei Minuten, in denen man die Gedanken mal driften lassen kann. Auf MOREs Soundcloud-Account gibt es allerdings noch nicht viel zu sehen bzw. hören, also können wir wohl dieses Jahr auf eine EP hoffen.

 

ROBB – Goldmind

Die neueste Single des Wiener Quintetts geht mächtig in die Beine. Perfekt feingeschliffener Disco-Funk erhält hier eine – wen überrascht es an dieser Stelle noch – Synthie-Note. Dass ROBB eigentlich mit gemütlichem Acoustic-Soul angefangen haben, macht sich noch an Rob Summerfields gefühlvollem Gesang, inklusive des gelegentlichen Gospel-Schwelgen bemerkbar. Haltet Ausschau nach ihrer EP Heat im April und ihrem Debütalbum im Herbst. Bis dahin: Abwarten und Flipper spielen.

 

Juliana Hatfield – Needle in the Hay (Elliott Smith Cover)

Das wohl schönste Lied der Welt erhält eine wunderbares Cover-Version von Juliana Hatfield. Nur beim Hören des Riffs bekomme ich schon wieder eine Gänsehaut. Die Compilation „Say Yes! A Tribute to Elliott Smith“ erscheint am 14. Oktober. Mit von der Partie sind unter anderem William Fitzsimmons und Amanda Palmer.

 

Autoren: Seramic, Oyster Kids, The Leers – Doktor Huh // The Naked Eye, Elliott Power – Doktor OFF // Beaty Heart, More – Doktor Van Pelt // ROBB – Doktor Delta // Kendrick Lamar, Juliana Hatfield – Doktor Schwarz