Die Vöglein zwitschern, uns wird heiß… Zeit für guten Frühlings-Musik-Scheiß.

Mayer Hawthorne – Lingerie & Candlewax

Wenig Musik verdient sich das Attribut #NEWHOTSHIT so ausdauernd wie das, was Mayer Hawthorne so raushaut. Der Godfather of Bumsmusik (und vermutlich größte Künstler des Genres seit Barry White) hat es schon wieder getan und liefert mit Lingerie & Candlewax einen weiteren Vorgeschmack auf Man About Town, seine neue LP, die am 8. April rauskommen soll. Ich kaufe dann schonmal Schlagsahne im Vorratspack und stelle den Schampus kalt.

 

New Carnival – Sweet Caroline

Irgendwie sagte einem der Titel ja was. In den Untiefen meines Gedankenpalasts bin ich erst auf „Sweet Sweet Gwendoline“ von den Ärzten gestoßen. In Wirklichkeit – Asche auf mein Haupt – ist Sweet Caroline natürlich ein Lied von niemand geringerem als Neil Diamond, das später von niemand geringerererem als Frank Sinatra gecovert wurde. Damit haben New Carnival aber wenig am Hut. Die Namensgleichheit impliziert mitnichten eine musikalische, statt Neil Diamond ist viel mehr Nile Rodgers angesagt. Funky Indiemusik, die absolut Frühlingsstimmung verbreitet.

 

Lexsoul Dancemachine – Beef Grinder

Unserer Generation Y ist Funkmusik ja höchstens noch aus Tarantino-Filmen bekannt. Umso erfreulicher, dass es mit der Tallinner Lexsoul Dancemachine neue Hoffnung gibt! Alles an dieser Band ist Funk: der Name, die herrlich nichtssagenden Lyrics, das psychedelische Video. Ja, selbst das Herkunftsland: Estland hat die höchste Dichte an Supermodels pro Einwohner – weltweit. Musikalisch bringen Lexsoul Dancemachine hochwertigen Funk aufs Parkett, geradewegs aus der goldenen Ära um Parliament Funkadelic, Earth, Wind & Fire oder James Brown. Beef Grinder ist das neueste Video ihres letzten Albums Deus Lex Machina. Das wiederum kann ich nur jedem ans Herz legen, der in seinem Herzen – und seinen Beinen – ein Eckchen für Tanzmusik reserviert hat. Smooth!

 

Lupa J – Numb

Hinter Lupa J steckt nicht etwa der nächste große Deep South Trap-Rap-König, wie der Name vermuten lassen könnte, sondern ein blutjunges Engelsstimmchen aus Sydney. Das 18-jährige Wunderkind schrieb den Traum von Synthie- und Vocal-Geflecht Numb im jungen Alter von 15 Jahren (pah, also Mozart hatte mit 15 ja schon 2 Opern geschrieben!). Das klingt wie eine frühe Grimes, der man aber die Hälfte der Zucker-Ration gestrichen hat. Thank god.

 

Oddisee – No Reservations

Auch in seiner neuen EP „Alwasta“ beweist Oddisee sein musikalisches Talent. Eine EP mit 7 Tracks ist normalerweise unüblich. Eine EP mit 7 Tracks, auf der jeder Track anders und gleichzeitig richtig gut klingt ist eine wahre Seltenheit! Amir Mohamed el Khalifa aka Oddissee vereint auf seiner neuen EP alles mögliche: ernste, besorgte, jazzige und natürlich auch entspannte Beats mit einem gekonnten, fließenden Rap-Gesang. „No Reservation“ basiert auf einem ungeraden Drum-Beat, einer mega-chilligen, lounge music-artigen Bassline und einem packenden, scheinbar ohne jeglicher Anstrengung gerappten Text. Das Song ist aufwendig aufgebaut, ohne dass man das merkt, weil man die ganzen 4 Minuten 25 Sekunden lang mit Bouncen beschäftigt ist! Die Alwasta EP ist eine perfekte Platte fürs Wochenende und eigentlich für jede mögliche Lebenssituation!

 

Autoren: Mayer Hawthorne, New Carnival, Lexsoul Dancemachine – Doktor Huh // Lupa J – Doktor Delta // Odyssey – Doktor OFF //