Trailerschau: Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere, The Loft, The Gambler

Die Welt. Sie hört nicht auf sich zu drehen. Jeder Tag aufs Neue ist der Inbegriff totaler Veränderung.

Einzige Konstante: Mittwochs ist Trailerschau! Viel Spaß:

 

The Hobbit: The Battle of the Five Armies

Peter Jackson (Herr der Ringe) / 10. Dezember (Deutschland)

Ich bin niemand, der emotional in Herr der Ringe investiert ist, die Bücher gelesen hat, alle Leute mit Namen kennt, und könnte mir auf elbisch nicht mal ’ne Cola bestellen. Anders gesagt: Meine Herangehensweise an die Hobbit-Filme, die Fans der alten Trilogie oftmals zu bunt, zu kindisch und allgemein zu un-Herr-der-Ringig finden, ist vollkommen unvoreingenommen. Die ersten beiden Teile habe ich genossen, wie ich auch Abenteuerfilme oder animierte Filme a là Pixar genieße: Als Lieferanten fremder, interessanter Welten durch bombastische Bildhaftigkeit, als epische Erzählungen voll Freundschaft, Begeisterung, Mut und Pathos.

Der dritte und letzte Teil der Trilogie scheint, was die Grundstimmung angeht, eher an die alten Herr der Ringe-Filme anzuknüpfen. Vorbei ist es mit der kindlichen Verspieltheit der Vorgänger, vorbei mit den bunt-süßen Umtrieben kleiner Hobbits und Zwerge. Stattdessen wummert altbewährte Weltuntergangsmusik aus den Boxen und der Bildschirm ist eingenommen von einer Unzahl Soldaten. Farbschema schwarz-rot-schwarz, jedem ist klar: Hier geht es um Leben und Tod.

„Aber warum eigentlich?“, fragt der naive Nicht-Leser in mir. Wann hat sich die ganze Suppe denn zusammengebraut? Aber gut, ein Trailer führt uns nur so weit. Nicht auszuschließen, dass wir es hier mit einer Marketing-Strategie zu tun haben, die sich diesmal auf ein älteres Publikum eingeschossen hat. Obwohl mir das als Nicht-Eingeweihter etwas jäh und unpassend erscheint, kann man dem Ganzen seine Gänsehaut-Qualität nicht absprechen. Und gut aussehen tut es ja immer noch.

Mehr über den Hobbit bekommt ihr im 33. Pengcast am 13. Dezember zu hören!

 

The Loft

Erik van Looy / 11. Dezember (Deutschland)

Mehr B-Movie geht wohl nicht: Judge Dredd, Cyclops, der Typ aus Prison Break, der Typ aus Modern Family und der Belgier aus dem The Drop-Trailer sind zusammen im Besitz eines geheimen Lofts, in dem sie stressfrei nach Lust und Laune ihre Partner betrügen können. Super Sache, könnte man meinen – bis eines Tages eine tote, nackte Frau im Bett liegt und das Männerparadies gehörig ins Wanken bringt. Bleibt nur noch die Frage: Wer war’s? Einer der fünf Hanseln? Oder hat jemand von außerhalb das Liebesnest ausfindig gemacht und Rache geübt?

Der Whodunit-Krimi ist eigentlich ein tolles Genre. Ein Verbrechen geschieht, eine Handvoll Verdächtiger steht fest. Am Anfang ist man sich sicher, dass der Erste der Täter ist, dann stellt sich raus, dass der Zweite auch ein Motiv hat und am Ende war’s der Dritte. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmgattungen ist es hier erwünscht, den Zuschauer so lange wie möglich hinters Licht zu führen, Informationen vorzuenthalten und nach und nach durch listige Wendungen die Wahrheit ans Licht kommen zu lassen. Wenn kompetent vorgetragen, sind Whodunit-Filme pure Unterhaltung. Von absoluten Klassikern wie And Then There Were None, Murder By Death oder Clue, bis hin zu neueren Reinkarnationen wie Primal Fear, Identity oder The Usual Suspects finden sich Whodunits konstant in meinen absoluten Lieblingsfilmen wieder.

Und deswegen werde ich auch The Loft nicht sofort abschreiben. Ja, die Prämisse „Fünf Machos haben Stress in ihrer Fickhöhle“ ist höllisch doof – das ist „Sechs Leute haben Stress auf einer einsamen Insel“ aber auch. Was ich sagen will: Charaktere und Setting werden zur Nebensache, wenn die Story über genug Cleverness verfügt, dich den kompletten Film über bei Atem zu halten. Und die Chance besteht bei The Loft ebenso wie bei Agatha Christie. Only time will tell.

 

The Gambler

Rupert Wyatt (Planet der Affen) / 15. Januar 2015 (Deutschland)

„You understand the gravity of your situation?“, fragt John Goodman den spielsüchtigen Mark Wahlberg am Ende des Trailers von The Gambler. Gravity? Schwere? Ernsthaftigkeit? Da habe ich wohl was verpasst, denn die zwei vorherigen Minuten vermitteln ein komplett anderes Bild. Zu seichtem Geklimper klamaukt ein fetthaariger Mark Wahlberg durch den Trailer und gibt einen mit allen Klischees behafteten Glücksspieler, der Probleme mit Kreditwuchern bekommt, nachdem er unfähig ist, geliehenes Geld an sie zurückzuzahlen.

Alles an The Gambler stinkt nach Redundanz. Im Kern erzählt er die selbe Geschichte wie zum Beispiel Owning Mahowny oder 21, und wie diese Filme auch stellt er Spielsüchtige als Menschen da, die eigentlich intelligent, reich, oder erfolgreich sind, aber zusätzlich dazu ein geheimes, illegales Doppelleben führen – für den Kontrast, versteht sich, denn Charaktere sollen ja vielschichtig sein. Mich stört das gewaltig, weil es der Realität nicht ferner sein könnte. Und natürlich läuft es auf eine alles-oder-nichts Situation hinaus, und Markymark setzt sein gesamtes Geld auf Schwarz und verliert (fun fact: Sucht und Blödheit sind nicht das selbe). Glücksspiel ist cool, es ist edgy, aber am Ende rentiert es sich natürlich nicht. Danke für diese unglaublich differenzierte Moralkeule.

Und das ist schon alles, was man an Aussage aus dem Trailer hinausziehen kann. Und das ist nicht nur redundant und realitätsfern, sondern auch noch gähnend langweilig. The Gambler ist von Anfang an zum scheitern verurteilt, denn Spielsucht ist einfach ein Konzept, was sich nicht ins Hollywood-Korsett mit seinen Stars, Scripts und Happy Ends zwängen lässt. Bitte vermeiden.

  • http://www.doktorpeng.de Doktor Schwarz

    Ha ha. Wie hässlich allein schon das Bild vom neuen Hobbit-Film ist. Ich gehöre ja auch zur Gruppe, die die Herr der Ringe Filme geliebt hat und die Hobbits jetzt zu bunt findet. Mein Problem ist allerdings nicht, dass die Filme zu kindisch sind, sondern, dass sie versuchen nochmal der Herr der Ringe zu sein. Man hätte einfach einen wunderschönen bunten Kinder-Hobbit-Film machen sollen und gut ist.

    The Loft hat mich positiv überrascht muss ich sagen.